Speak No Evil (2022)

  • Speak No Evil


    FSK 16, 97 min


    "Alternative Kindererziehung ist nichts für Normalos"


    Aloha,


    der Streifen geht so spießig und wohlwollend los, dass man sich schon auf den ersten Hammereinsatz freut. Wären die zuweilen bedrohliche Musik und die 16er-Auszeichnung nicht da, ich hätte ihn wohl abgebrochen.


    Was dann aber folgt, ist trotz des fehlenden Hammereinsatzes absolut widerwärtig. Mit gutem Gewissen kann ich diesen Film Eltern nicht empfehlen. Das ist harter Tobak, weil es trotz der ungewöhnlichen Handlung vorstellbar und irgendwie authentisch wirkt. Den Satz da oben meine ich natürlich nicht ernst, bevor mich hier neben Cat jeder für einen Unmenschen hält. Ne, der Film geht auch ohne viel Gewaltanwendung ans Eingemachte. Auch wenn ich total auf Gewaltfilme stehe, dieser ist mir einfach zu nah am Leben, es gelingt kaum, ihn ins Fiktionale zu verdrängen. Aber das macht ihn irgendwie auch aus. Seid gewarnt.


    Film: 2+

    Ton: 2

    Bild: 2

    Gruß Mickey

    Grundlage meiner Filmbewertungen: Abiturnotensystem 1 – 6 (15 – 0 Punkte)

    Rezensionen und deren Bewertungen beruhen auf der BD-Fassung.

  • Danke für die Warnung... dann schmeiß ich das direkt von meiner Liste. Kann es absolut nicht ertragen wenn Kinder mißhandelt oder sonst irgendwie gequält werden! Dafür bin ich beruflich einfach viel zu vorbelastet!

  • Mit gutem Gewissen kann ich diesen Film Eltern nicht empfehlen.

    Man merkt halt die europäische Herkunft des Films. Während in Hollywood Tiere und Kinder quasi Tabu sind (und der Protagonist beim Tod seiner Töle schon komplett ausrastet), ist die alte Welt da etwas freier im Film. Was ich sehr begrüße.

  • Speak no Evil (2022)


    Ein Slow-Burner, eine heftige Tour de Force, der mit zwei bewusst schockierenden Gewaltszenen endet. Die Charaktere & die Zuschauer werden in einen Schraubstock einspannt. Die erste Umdrehung des Schraubstocks ist kaum spürbar. Je länger er zugedreht wird, umso schmerzhafter wird es. Die letzte Umdrehung ist für den Zuschauer nur schwer auszuhalten. Der Schluss bleibt lange im Gedächtnis und hinterlässt ein mulmiges Gefühl.


    Der Film ist konsequent und kompromisslos. Ein Teil des Endes lässt sich zwar recht bald vorhersehen, der andere Teil dagegen nicht. Ich sehe den Film als eine satirische Parabel zu überzogener Toleranz und Höflichkeit in der Gesellschaft. Vermutlich ist es kein Zufall, dass Speak no Evil aus einem skandinavischen Land stammt.

    Teilweise hat er mich an das Buch "Biedermann und die Brandstifter" von Max Frisch erinnert. Die Hauptcharaktere handeln nicht immer nachvollziehbar, das ist bei Biedermann und die Brandstifter genau so. Als Zuschauer stellt man sich die Frage, "Wann wäre ich gegangen?" und kommt wahrscheinlich zu ganz anderen (früheren) Entscheidungen als die Protagonisten des Films. Es geht in diesem Film gar nicht um nachvollziehbares Verhalten, sondern darum, eine Abstraktionsleistung zu erbringen und zum Nachdenken anzuregen.


    Für mich das Zitat des Films:


    Bewertung: Gut.

    Hinweise: Kein Gute-Laune-Film. Eltern von kleinen Kindern überlegen sich die Sichtung des Films bitte vorher, sofern sie empfindlich sind.

  • MickeyKnox

    Hat den Titel des Themas von „Speak No Evil“ zu „Speak No Evil (2022)“ geändert.
  • Speak No Evil (Dänisches Original, Heimkino, 4K Disc, 7.1 + Neural X, Deutsche Synchro)


    Ein Pärchen mit Kind besucht eine Urlaubsbekanntschaft mit Kind. Was sehr gemächlich beginnt, steigert sich in winzigen Schritten bis zur völligen Eskalation. Dass hier etwas passieren wird, macht die Musik von der ersten Sekunde an klar. Metaphernreich wird gezeigt, welche Folgen es haben kann, wenn man der Harmonie wegen Konflikte scheut und alles mit sich machen lässt. Damit diese Erzählung funktioniert muss manch Protagonist recht unlogisch handeln, ohne diese Logiklöcher wäre eine Eskalation in derart großem Ausmaß nicht möglich. Bild und Ton sind stimmig und geben keinen Grund zur Kritik, mehr braucht es auch gar nicht.


    Ein Film der lange nachwirkt und einen auch das eigene Aggieren in Konfliktsituationen hinterfragenlässt. Will man den Film politisch lesen, wäre wohl das Fazit, dass Biedermeier nicht die Lösung ist.


    8/10

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