Der Beamer-Kalibrierungs-Talk

  • Eigentlich will ich nur wissen, ob meine Leinwand stark von Gain 1.0 abweicht oder nicht. Dann versuche ich das mal mit dem Papier, wenn meine erdachte Methode wohl nicht geht. Warum, verstehe ich immer noch nicht.

  • Es gibt noch eine andere Näherungsmöglichkeit.

    Wenn es ein JVC Laser-Projektor ist:

    LD auf 100%, Hohe Helligkeit und dem Hersteller glauben, dass er die Werkswerte in Lumen schafft.

    Bild voll aufzoomen und den Abstand zur Leinwand so anpassen, dass er 1m² Fläche beleuchtet (17:9-Panel beachten).

    Reflektiv ein weißes Vollbild von der Leinwand messen und mit pi multiplizieren.

    Das Ergebnis mit den Werksangaben vergleichen.


    Wenn man den Werksangaben nicht traut, kann man noch versuchen, sie mit einem Luxmeter im Lichtweg zu kontrollieren.

  • O.K. Danke. Kannst Du mir trotzdem erklären warum meine erdachte Methode nicht funktioniert?


    Welches Tuch genau ist das? Vielleicht gibt es da schon Messungen dazu.

    VnX Dragon. Soll einen Gain von 1.0 haben, trau dem Braten aber nicht.

  • Das war mir klar, aber mir war nicht klar, dass man daraus keinen Gain ableiten kann. Wie dem auch sei, ich mach das mal mit der Papietmethode. Soll ja auch nur eine grobe Einschätzung werden, ob ich mir eine neuen Leinwand kaufe, oder eben nicht.

  • Ich dachte eher an Licht zum Projektor messen und dann von der Leinwand und der Unterschied ergibt dann den Gainwert. So war mein naiver Gedankengang. Nur fehlte mir da der Rechenweg.

    Ich halte diese Vorgehensweise schon für einen geeigneten Weg um den realen Gain der Leinwand festzustellen. Mit dem i1Display (u.ä.) hat man ja einen Sensor der in Verbindung mit HCFR sowohl Lux in Richtung Projektor, wie auch cd/m2 (Nits) von der Leinwand messen kann.

    Es gibt also keine Messunterschiede durch Verwendung unterschiedlicher Geräte für beide Messungen, ebenso bleibt bleibt die Messung des Farbspektrums und dessen Bewertung gleich.


    Bei Verwendung des Sensors als Lux-Meter in Richtung Projektor, liegt dieser rückseitig auf der Leinwand auf. (Die weiße Diffusor-Messzelle liegt dann allerdings 6 Zentimeter vor der Leinwand, was ungefähr einen 3% höheren Lux-Wert auf Grund der dort leicht verringerten Fläche ergibt)


    Also, gemessene LUX x 0,97 / 3,14 wären die cd/m2, bzw. Nits die bei einem tatsächlichen Gain 1,0 unter optimalen Bedinungen von der Leinwand zu messen wären. Optimal heißt, aus ca. einem Meter Entfernung und möglichst nah am 90-Grad-Winkel zur Leinwand - ohne dabei aber den Schatten des Sensor mit zu messen. Die Messfläche ist aus einem Meter Entfernung etwa 20 cm im Durchmesser.


    Unlängst bezweifelte ein HF-User den Nits-Wert den ein Grobi-Mitarbeiter bei der Einrichtung des Envy von seiner Leinwand gemessen hatte. Es waren 61 Nits die sein LS12000 auf seiner 2,4m-Kontrastleinwand erzielte. Er selbst maß 430 Lux (bei 75% Laser) mit seinem Luxmeter und dachte, es müssten eigentlich ca. 109 Nits bei einem angenommenen, praktischen Gain von 0,8 heraus kommen. Auf meinen Hinweis machte er selbst eine HCFR-Messung mit seinem i1Display Pro und erhielt auch hier die 61 Nits. Seine VNX-Black-Horizon-Kontrastleinwand erzielte also im gemessenen Winkel einen Gain von 0,45. (statt vom Hersteller angegebener 1.2) Sein Messaufbau wird also richtig gewesen sein, nur die Tauglichkeit seines Luxmeters kann ich nicht bewerten. (wobei die 430 LUX/75% auf 100% Laserleistung hochgerechnet plausible 1850 Lumen für den kalibrierten LS12000 ergeben.) Die VNX BH mach schon ein wirklich tolles Bild, ist aber auch aus meiner Kalibrierungserfahrung relativ dunkel.


    Ich selbst habe eine Testmusterfläche mit dem Studiotek 100 (Gain 0,98) die ich für die Kalibrierungen zuhause verwende, und seit kurzem eine weitere mit den drei Gerriets Non-AT-Leinwänden, (0,96 -0,98 angegeben) tatsächlich aber minimal dunkler als die Studiotek 100.

    Diese Testflächen habe ich jetzt immer dabei, wenn ich vor Ort gehe, um bei Bedarf eine Vergleichsmessung zu machen. Die Messwerte, im Vgl. zur Studiotek 100 sammle ich. Das Kopierpapier wird als nächstes gemessen. :zwinker2:

  • Vielen Dank für den ausgiebigen Bericht. Dann lag ich also nicht soweit weg mit meinen Gedanken. Ich werde das jetzt erst einmal mit dem Kopierpapier messen, (weil schneller) und dann mal sehen ob ich da eine große Abweichung habe, dann kann ich mir immer noch das Muster Studiotek 100 besorgen und schauen was dabei rauskommt.

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