Heretic (2024)

  • Apple Store, Dolby Vision, 5.1 + Auromatic, OV, 111 Minuten


    Zwei mormonische Missionarinnen (Sophie Thatcher, Chloe East) klingeln an der Tür von Mr. Reed (Hugh Grant) ...


    Viel mehr kann man kaum über den Film sagen ohne zu spoilern. Wer an Spaß am Miträtseln hat ist hier genau richtig. Ich mag die Bildsprache, die Farben, den tollen Cast, die Rätsel und diesen urigen Mr Reed :D Vom Genre würde ich sagen ist es kein Horror, sondern ein Thriller im Stile eines Kammerspiels.


    Für jemanden wie mich, der sich auch mal mit diversen Religionen, ihren Ursprüngen, Gemeinsamkeiten und Unterschieden auseinandergesetzt ist dieses Ding genau das Richtige und für alle anderen die so halbwegs interessiert sind, reißt es ein paar Kernpunkte zum selbst Nachdenken und Recherchieren ganz gut an.


    Hugh Grant ist dieser Rolle grandios!

    Chloe East ist mir bislang nur mal kurz in The Wolf of Snow Hollow als Tochter vom Sheriff aufgefallen, als typisches "Teenie-Hottie". Ich bin positiv überrascht, dass wenn man sie in keusche Klamotten steckt, eine echte Schauspielerin zum Vorschein kommt.

    Sophie Thatcher ist mir das erste mal damals in Prospect aufgefallen, eine kleine Indie-SciFi-Perle mit Pedro Pascal. Dann später in The Boogeyman. Yellowjackets habe ich nur wegen ihr (und vielen guten Kritiken) auf meiner Watchlist. Sie stammt interessanterweise tatsächlich aus einer mormonischen Familie. Ich hoffe wir werden noch viel mehr von ihr sehen - vorzugsweise nicht im Grunge-Goth-Look in dem sie so gerne abgelichtet wird.


    Meine Wertung: 8/10

    IMDB: 7.0

    Rotten Tomatoes: 91% / 76%


    Trailer:


    Externer Inhalt www.youtube.com
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    I have come here to chew bubblegum and kick ass - and I'm all out of bubblegum.

  • Vom Genre würde ich sagen ist es kein Horror, sondern ein Thriller im Stile eines Kammerspiels.

    Dem stimme ich zu. Man sollte kein Horror erwarten. Der Film ist durch die vielen Dialoge und Erklärbären leider nur mäßig spannend. Er behandelt zwar ein durchaus interessantes Thema mit Dialogen über dem Durchschnittsniveau und weiß auch weitestgehend zu fesseln. Aber irgendwie fehlte mir etwas zu einem wirklich guten Film. Das Ende...


    Film: 3+

  • Heretic


    FSK 16, 111 min

    Quelle: HD-Strom [Apfel]


    Aloha,


    der Streifen baut eine unheimliche Spannung auf, dabei ist es zu großen Teilen nur eine Art Kammerspiel. Beide "Schwestern" sind jung, attraktiv, aber die eine ist doch eher bieder (Chloe East), die andere wirkt ganz anders (Sophie Thatcher). Soweit meine ersten Gedanken. Hugh Grant passt wunderbar in diesen Film, er bringt die hochgeistigen und geheimnisvollen Dialoge absolut überzeugend herüber. Es geht im Gros um Religionen und deren Gemeinsamkeiten und Ausprägungen.


    Die Atmosphäre ist beeindruckend. Man mag gar nicht mehr innehalten, ist neugierig, wie es nur weiter geht. Dazu passten wohl auch die Zeit und das Wetter, zu dem ich den Film konsumierte.


    Nach einer Stunde wandelt sich der Inhalt ... Ich kann aber nicht in Gänze behaupten, dass ich am Ende alles nachvollziehen kann. Das ist meines Erachtens Absicht und bestätigt sich durch weitere Berichte, die ich gerade las.


    Fazit: Was für ein Hammerstreifen. Atmosphärisch bisher der beste des Jahres. Empfehlung. Die Schauspieler passen allesamt hervorragend dazu.


    Film: 1

    Ton: 2+

    Bild: 2

    Gruß Mickey

    Grundlage meiner Filmbewertungen: Abiturnotensystem 1 – 6 (15 – 0 Punkte)

    Rezensionen und deren Bewertungen beruhen auf der BD-Fassung.

    2 Mal editiert, zuletzt von MickeyKnox ()

  • Mir hat der Film auch ausgesprochen gut gefallen: 7.5 (10).


    Gekonnt werden die Charakteren eingeführt und bald ahnt man, wohin das führen würde. Das tut der Spannung aber keinen Abbruch. Klar charakterisierte Rollen und klasse gespielt. Wie schon geschrieben von der Athmosphäre hervorragend.


    Der Film lässt IMO leider etwas Potential liegen, um sich noch deutlicher von der dumpfen Masse abzuheben und in Richtung Referenz / zukünftiger Klassiker zu gehen: mir ist vor allem die Frage des „Motivs“ zu wenig rausgearbeitet. Sich ausgerechnet zwei der schwächsten Glieder zu picken und sich im Kleinen daran abzuarbeiten … wofür ? Für wen ? Religion und diese zu hinterfragen ist zwar IMO immer erstmal eine persönliche Fragestellung, aber gefährlich wird doch immer erst das Sendungsbedürfnis im Grossen. Ein solcher Aufwand für 2 vermeintlich kleine Schwestern wirkt für mich absolut nicht stimmig.


    Fazit: Vieles richtig, richtig gut gemacht. Für mich fehlt zum Meisterwerk „nur“ ein deutlicher Schliff beim Drehbuch.

  • Ein solcher Aufwand für 2 vermeintlich kleine Schwestern wirkt für mich absolut nicht stimmig

    I have come here to chew bubblegum and kick ass - and I'm all out of bubblegum.

    Einmal editiert, zuletzt von AlArenal ()

  • Wir haben ihn gestern auch gesehen (Apple TV Kaufversion).


    Wie FoLLgoTT geschrieben hat, wird hier nur erzählt. Uns hat es aber sehr gut gefallen, wie


    Den Erklärbär habe ich nicht wahrgenommen. Ein Erklärbär ist für mich einer, der mir im Film erzählt, was gerade passiert und was er macht. Hier wird, meiner Wahrnehmung nach aber



    Bild und Ton waren OK. Die Geräusche im Haus und die ringsherum-Dialoge waren schon irgendwie gut.

  • Heretic hat mir gut gefallen, allerdings mag ich keinen Horror, und Heretic ist auch kein Horrorfilm. Er hat ein paar Anleihen in diese Richtung, ist aber eher ein Thriller.


    Die Dialoge haben mir sehr gut gefallen, da sie eine düstere Atmosphäre geschaffen haben. Die Atmosphäre ist dann auch das Highlight des Films. Wie die Mädchen immer unsicherer werden und der nette alte Mann immer unangenehmer, ist clever gemacht und von den drei Darstellern hervorragend umgesetzt.


    Bis zum unplausiblen Ende, das etwas die Wirkung nimmt und dazu führt, dass Heretic kein moderner Klassiker wird. Dennoch kann man sich Heretic gut anschauen, wenn man ein düsteres Kammerspiel mit drei klasse Darstellern und einer leichten Gruselstimmung sehen will.

    7,5/10

  • Ein Erklärbär ist für mich einer, der mir im Film erzählt

  • Hab ihn auch eben gesehen, auf UHD BD.


    Er kommt relativ schnell in die Gänge und erzeugt ein gutes Spannungsniveau, leider kann er das nicht ganz halten, denn ab der Hälfte wurde er mir dann etwas zu eigenwillig, das hab ich anders erwartet.

    Das Ende lässt dann wieder Interpretationsspielraum.


    Das Bild war gut, nichts besonderes.

    Der Ton hingegen hat mich überrascht, für einen Film in dem Hauptsächlich gesprochen wird, bietet er schön viel Surroundeffekte, Dynamik und einen straffen Bass.


    Film: 7/10

    Bild: 7,5/10

    Ton: 8/10

  • Ich habe mir den Film gestern angesehen.


    Was hatte ich mich darauf gefreut. Endlich mal wieder ein „scheinbar“ düsterer Thriller.


    Und dann ist das so ein Flop…


    Für die Schauspielerische Leistung von Hugh Grant vergebe ich gerne 3 Punkte. Mehr bekommt der Film von mir aber auch nicht. Leider sehr enttäuschend.


    Film 3/10

    Bild 7/10

    Ton 7/10

  • Heretic (Heimkino, Apple TV Leihe, 5.1 + Neural X, OV)


    Hier werden die Religionen am Nasenring durch die Manege gezogen. Damit rennt man bei mir offene Türen ein, dementsprechend klasse fand ich Heretic. Metaphernreich werden Gedanken zur Entstehung und Austauschbarkeit der Religonen angeregt. Hugh Grant gefällt dabei mal wieder in einer sehr kauzigen aber gelungenen Rolle. Kammerspielartig wird gezeigt wie Grant mit offenem Geist den zwei strenggläubigen Damen den Spiegel vorhält und erklärt, wie die verschiedenen Religionen mit ein und denselben Mitteln versuchen ihre Schäfchen beieinander zu halten. Es kommt zwar eher der Holzhammer statt dem Skalpell zur Anwendung, zur initialen Beschäftigung mit dem eigenen, erzogenen Glauben taugen die anschaulichen Beispiele aber allemal.


    Die Atmosphäre ist bombastisch. Das liegt zum einen an der beeindruckend klaustrophobischen Kameraführung und zum anderen an der immersiven Klangkulisse. Ganz ohne nativen 3D-Sound wird hier ein sehr intensives Mittendringefühl geschaffen.


    Ein Einstieg in die Religionsphilosophie im Psychothrillergewand, der nicht allen schmecken dürfte. Mir aber bestens.


    9/10

  • Es ist wieder passiert: "Nur mal eben reinschauen" wird zu "Ich habe total die Zeit vergessen und nun ist der Film zuende" und "Ich hatte eine großartige Zeit". :dancewithme:freu:


    Ein sehr gelungenes und stimmungsvolles Katz-&Maus-Spiel, bei dem mir lange nicht klar war, worauf es hinaus läuft (was ich sehr fesselnd fand).

    Hugh Grant (wie angekündigt) grandios und charismatisch in seiner zwielichtigen Rolle, aber auch die "Mormonenmäuschen" machen ihre Sachen wirklich gut.

    Dazu eine ruhige Inszenierung, die gekonnt Spannung erzeugt.

    Im weiteren Verlauf (wenn die Katze aus dem Sack ist) lässt die Spannung etwas nach, aber nur ein wenig und auch ziemlich spät. Dafür kommt der FIlm aber zu einem (für mich) sehr befriedigenden Ende.

    Was auch nicht selbstverständlich ist: Der Film ist weder zu kurz noch zu lang und wirkt niemals langatmig oder gehetzt. :respect:


    Für mich die absolut spannendste Szene...

    Da standen mir buchstäblich die Haare zu Berge.

    Ein kleines Logikloch hat mich leider doch etwas gestört (und ich versuche eigentlich immer, nicht auf sowas zu achten):

    Macht den Film nicht kaputt, aber hätte man evtl. etwas besser lösen können.


    Genremäßig würde ich es eher als "Thriller" denn als "Horror" einsortieren - in dieselbe Schublade wie "Schweigen der Lämmer" oder "Sieben" vielleicht.

    FIlm: 8/10


    Bild (UHD): 9/10

    Die Scheibe hat es nicht leicht, da der Film im Wesentlich im schummerigen bis dunklen Inneren des immer eng wirkenden Hauses mit vielen Brauntönen spielt und insgesamt immer "Enge" vermittelt. Deshalb gibt's weder viele Licht- noch Farbkontraste und auch Panoramaeinstellungen (wo Schärfe ausgespielt werden könnte) gibt's quasi nicht.

    Aber sie macht es gut.


    Ton (En-Atmos): 9/10

    Sehr schön räumlich, wo es sinnvoll ist (eher selten), aber auch klar und präsent in den (zahlreichen) Dialogen.


    Hier werden die Religionen am Nasenring durch die Manege gezogen. Damit rennt man bei mir offene Türen ein, ...

    Es zeugt von der Qualität des Films, dass es mir (als jahrzehntelangem - nicht-mormonischen - Christen) genau anders herum ging. :zwinker2::sbier:

    Man kann ihn genausogut als "...Agnostizismus am Nasenring durch die Manege gezogen..." sehen. :byebye:

    Auf jeden Fall regt er auf unterhaltsame Weise zum Nachdenken an und das ist schon viel wert.


    Gruß


    Simon2

  • Jup, das wird dann letztendlich auch gezeigt, das Zweifel oder Atheismus ebenfalls religiös-wahnhafte Züge annehmen kann und zu denselben Mitteln greifen kann wie die ihren jeweiligen Glauben durchboxenden Religionen.

  • Jup, das wird dann letztendlich auch gezeigt, das Zweifel oder Atheismus ebenfalls religiös-wahnhafte Züge annehmen kann und zu denselben Mitteln greifen kann wie die ihren jeweiligen Glauben durchboxenden Religionen.

    Spannend fand ich ja, dass ...

  • Spannend fand ich ja, dass ...

    Trotzdem fand ich gut, wie dargestellt wird, wie austauschbar die verschiedenen Religionen sind und letztlich alles auf dieselbe Erzählung hinausläuft, auch die fanatische und extreme Nichtgläubigkeit von Grants Rolle.


  • Trotzdem fand ich gut, wie dargestellt wird, wie austauschbar die verschiedenen Religionen ...


    Gruß


    Simon2

  • Die Europäer hätten den Film drehen sollen, dann wäre er bis zum Ende interessant gewesen. Siehe zum Vergleich "Speak no Evil". So aber zieht der generische und nur mäßig spannende Horroranteil den Film für mich runter, was ziemlich schade ist. Denn das Thema ist definitiv interessant und auch nicht zu oberflächlich.

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