Beiträge von DocM

    Zumindest kann man aus dem sehr hilfreichen Beitrag von DocM und dem Verweis auf dB(A) ableiten, dass tiefe Frequenzen bei gleicher Schallenergie weniger schädlich sind, siehe die Kurven zu den verschiedenen dB Werten hier.

    Die Ableitung eines geringeren Schädigungspotentials tiefer Frequenten würde ich hinsichtlich der in Post #150 kommentierten Studie ehrlicherweise nicht machen bzw. wäre dabei zurückhaltend. Vielleicht existieren dazu noch weitere Studien oder werden geplant. Wie so oft ist die Wissenschaft erst in der Zukunft schlauer. Siehe schädliche Wirkung von Asbest oder auch die unterschätzende Gesundheitsgefahr durch Lärm in der Vergangenheit.


    Dies soll niemanden verunsichern oder Angst machen. Aber eine gewisse Vorsicht bei extremen Basspegeln z.B. durch Beschränkung der Einwirkdauer ist vermutlich auch nicht falsch.


    Ich persönlich reagiere sehr empfindlich auf sehr laute Pegel, weshalb ich auch schon mal eine Vorführung verlassen musste. Dies führe ich aber auf eher höhere Frequenzen bei mir zurück. Wie hier schon beschrieben haben wir ja meist einen Mix aus tiefen und hohen Frequenzen im Film. Da schlägt mein internes Messgerät schnell Alarm. :zwinker2:

    Hierbei möchte ich noch einmal wie weiter oben schon nachhaken, für welchen Frequenzbereich das Ganze gilt oder ob dieses definiert ist? Kann man daraus ableiten, wie ein Gleitsinus in REW aussehen würde, der von 20-20000Hz die definierten Pegel genau ausreizt? Rein für die Vorstellungskraft. Da bekomme ich die Kurve noch nicht.

    Wie gesagt, betrachtet man nicht explizit die Frequenz einer Lärmquelle für die Beurteilung einer möglichen gehörschädigenden Wirkung. Deshalb gibt es für die Praxis im Arbeitsschutz auf keine Frequenzdefinitionen nur die beschriebenen Schalldruckpegel als Tagesdurchschnittswerte. Man geht bei Lärmquellen >1000 Hz als besonders gehörschädigend aus, da zum einen das menschliche Gehör dafür sehr empfindlich ist und in der Praxis berufliche Lärmquellen mit Frequenzspektrum >1000 Hz wie z.B. Hammerschläge auf Metall für die Entstehung von Lärmschwerhörigkeiten in entsprechenden Berufen früher sehr relevant sind. Heute benutzt man Gehörschutz. Früher wusste man es nicht besser.

    es ist eigentlich unverständlich warum im Arbeitsschutz die Frequenz keine Rolle spielt, auch was die Lärmbelastung generell für Wohnräume betrifft.

    Eine Frequenzanalyse wird für die Beurteilung der schädlichen Wirkung von Lärm am Arbeitsplatz nicht durchgeführt. Man nutzt Messgeräte mit Filter A, der die Empfindungsfähigkeit des menschlichen Ohrs nachbildet. Damit haben wir nach meinem Verständnis durchaus eine deutlich niedrigere Gewichtung der tiefen Frequenzen zugunsten der Frequenzen ab 1kHz-10kHz.


    Bei beruflichen Lärmquellen kann man meistens größere Frequenzspektren feststellen. Isolierte kleine Frequenzbänder sind da eher die Ausnahme. Vermutlich hat man sich auch deshalb weniger dem Thema frequenzabhängige Lärmwirkung gewidmet, da es im Arbeitsschutz weniger relevant erschien. Die Tatsache, dass unser Gehör für tiefe Frequenten <1000Hz immer unempfindlicher wird impliziert, dass tieffrequenterer Schall für unser Gehör weniger schädlich ist. Aber ist das wirklich so richtig und ist das wissenschaftlich abschließend erforscht? Ich glaube dies nicht bzw. da sind noch einige Dinge im Unklaren.

    Ich habe auf die Schnelle mal das hier gefunden => https://www.hno-aerzte-im-netz…h-dem-gehoer-schaden.html

    Da wird auch auf eine Studie verwiesen. Vielleicht ist das ja

    Danke! Ich habe die zugrundliegende deutsche Studie der LMU München mal überflogen. 30Hz Töne mit 90 dB wurden über eine Minute Probanden vorgespielt und die Wirkungen auf das Innenohr gemessen. Dadurch konnten oszillierende Veränderungen im "Grundrauschen" des Innenohres über 2-3 Minuten nach der Schallexposition nachgewiesen werden. Dabei sieht man eine Diskrepanz zwischen der niedrigen Empfindlichkeit/Hörschwelle für tiefe Töne beim Menschen (dB(A) Filter) und den noch lange nach Schallereignis nachweisbaren Effekten tiefer Töne auf das Innenohr. Dieses oszillierende "Auf und Ab" in den Messergebnissen scheint ein spezifischer Effekt vor allem bei tieferen Frequenzen <500 Hz zu sein. Als Theorie diskutiert man u.a. stehende Wellen im Innenohr. Wenn man bedenkt, dass das Innenohr strukturell ein Schneckenlabyrinth mit einem sich stetig verjüngenden Durchmesser ist finde ich diese Theorie sehr interessant.


    Für mich stelle ich fest, dass die Wirkungen von Schall und insbesondere tieffrequenten Schall noch längst nicht komplett verstanden bzw. erforscht ist.


    T

    Hier mal mein Input zum Thema mit ergänzenden medizinischen Infos zum Thema Gehörgefährdung.


    Jeder darf in seinem privaten Heimkino so laut hören, wie er möchte. Das subjektive Empfinden ist individuell unterschiedlich. Also ab wann wird es subjektiv als zu laut empfunden oder welche Lautstärke stellt man bei sich ein, damit basslastige/dynamische Effekte wie z.B. Schüsse, Explosionen auch Spaß machen oder mit Punch spürbar werden. Neben technischen Aspekten wie z.B. Nachhall im Raum, akustische Raumoptimierung, Raumgröße, Klirr und Verzerrungen, Leistungsfähigkeit des Beschallungssystems sind auch persönliche Aspekte wie die Hörerfahrung oder das eigene Hörvermögen als mögliche Gründe für unterschiedliche Wahrnehmungen zu diskutieren.


    Es gibt Menschen, die subjektiv viel empfindlicher auf sehr laute Geräusche und Lärm reagieren. Dies könnte auch mit individuellen Unterschieden beim sog. Stapediusreflex zusammenhängen. Bei lauten Geräuschen soll dieser durch eine Muskelkontraktion im Mittelohr die akustomechanische Ankopplung des Trommelfells an das Innenohr verringern, so dass nicht mehr der gesamte Schalldruck auf das Innenohr übertragen wird und ein Teil vom Trommelfell reflektiert wird.


    Für die Vermeidung von Lärmschwerhörigkeiten (Innenohrschädigung durch Lärm mit irreversibler Degeneration der Haarzellen) als Berufskrankheit gibt es klare Vorgaben im deutschen Arbeitsschutzrecht. Zur Präzisierung sei hier kurz erwähnt, dass bei Tätigkeiten mit einer Tages-Lärmexposition von Lex,8h = 85 dB(A) Gehörschutz getragen werden muss. Dabei wird der durchschnittliche Schallpegel gemessen in dB(A) eines achtstündigen Arbeitstages betrachtet. Darüber hinaus sind aber auch einzelne kurze impulsartige Schallereignisse geeignet einen dauerhaften Gehörschaden zu erzeugen. Stichwort Knalltrauma. Deshalb muss im beruflichen Kontext ebenfalls Gehörschutz angeboten werden wenn LpC,peak = 135 dB(C) überschritten wird bzw. Gehörschutz muss getragen werden ab LpC,peak = 137 dB(C).


    Bei hier beschriebenen Spitzenpegeln in Szenen mit lauten Schüssen und Explosionen kommt man also schon in die Nähe möglicherweise gehörschädigender Impulse gemessen in dB(C).


    Ich möchte hier niemanden überzeugen oder gar belehren. Jeder darf die Lautstärke so einstellen wie er mag oder es sich gut anfühlt. Die potenziell hörschädigende Wirkung von extrem lauten Impulsen wird m.E. aber unterschätzt. Schädigungspotential hängt natürlich auch immer von individuellen Faktoren und Einwirkdauer, Wiederholungen ab. "Gift ist Dosis" wurde hier als Zitat schon genannt.


    Eine Aussage wie z.B. „lauter Bass ist nicht so schlimm für die Ohren wie Mitten oder Höhen“ halte ich für gewagt. Ich werde dazu mal nach wissenschaftlichen Daten suchen. Im Arbeitsschutz spielt die Frequenz keine Rolle. Einzelne (Bass-) Impulse von 135 dB(C) oder mehr halte ich grundsätzlich aber für geeignet, das Gehör zu schädigen.

    Danke für die Diskussion. Werde mir den Film in der Zweitsichtung nochmal mit der UHD ansehen. Hatte bisher den Film nur per Streaming gesehen und Handlung, Bild und Ton gefielen mir sehr gut. Bin gespannt auf die zweite Runde!

    Ich komme jetzt auch mal endlich dazu, meine Eindrücke vom Barco-Event bei ARLED Cinema zu schildern. Da ich den Termin mit einem lokalen Verwandtschaftsbesuch verbinden wollte kam mir die Einladung sehr recht. Nochmals vielen Dank für die Teilnahmemöglichkeit und die Gastfreundlichkeit an ANDY_Cres.


    Im Vorfeld fand ich die Angaben zum Barco i600 sehr interessant und war deshalb etwas enttäuscht, dass dieses Modell dort gar nicht präsentiert wurde. Hätte man auch aus der Einladung entnehmen können. Mein Fehler! :beated:


    Die erste Vorführung des Heimdall+ war schon voll besetzt, so dass ich zusammen mit Squeezeman und steo im Moviecore den Barco Nerthus bestaunen durfte. Mein Fazit: ein Wahnsinn Projektor! Im Rahmen einer ausführlichen Vorführung durch Andy konnten wir den Eindruck bei verschiedenen Helligkeiten vergleichen. Bei 85 Nits sah das HDR-Bild nicht schlecht aus. Bei 200 Nits wirkte das Bild für mich beeindruckend plastisch, farbenfroh mit extrem scharfer Abbildung bis in die äußersten Ecken. Auch ein Wechsel auf 300 Nits war für meinen Geschmack nicht zu viel des Guten. Wo der persönliche Sweetspot bei der Helligkeit liegt, müsste ich für mich bei Bedarf nochmals in Ruhe testen. Er liegt aber denke ich nicht unter 200 Nits. Schade, dass mein NZ9 bei mir nicht in diese Regionen kommt.


    Für mich war es die erste Sichtung eines Profiprojektors überhaupt und die wiederkehrenden Diskussionen über die Bedeutung des Schwarzwertes hat mich neugierig gemacht mir einen eigenen Eindruck zu machen. In Wiedergabepausen wurden Schwarzbilder gezeigt. Dies war für mich durchaus als deutliches den Raum aufhellendes Grau zu erkennen. Wenn man Schwarzblenden mit Laserdimming gewohnt ist, ist dies erstmal irritierend. Bei Filmwiedergabe dunkler Szenen (ich erinnere mich an eine Szene aus Herr der Ringe und den Weltraumspaziergang in Passengers) merkte ich dadurch allerdings keinen störenden Einfluss mehr. Im Gegenteil entstand durch gleichzeitig vorliegende helle Bildanteile und Spitzenlichter (weißes Kleid, Leuchten am Raumanzug) ein für mich sehr überzeugender Bildeindruck mit einer sehr guten Durchzeichnung dunkler Bildanteile. Eine nur dunkle Szene ohne Spitzenlichte hatten wir jedoch nicht gesehen. Auch der In-Bild Kontrast erschien mir erwartungsgemäß weit überdurchschnittlich. Ein schwarzes Kleid in einer mir nicht bekannten Tagesszene wirkte extrem tiefschwarz und dennoch detailliert.


    Danach konnten wir uns den Heimdall+ im neuen Orion-Kino ansehen. Die Vorführung übernahm Andys Sohn und wir konnten ca. 5 vorbereite Ausschnitte ansehen. Es gab den Hinweis auf den Vorserienstatus und die noch nicht perfekte Kalibrierung. Der Heimdall+ hauste in einer Hushbox mit entferntem Glas und ich konnte auch aus der Nähe vom Projektor nichts hören. 36dB Geräuschpegel wurde genannt. Die Raumbelüftung war für mich dagegen leise aber deutlich hörbar in Wiedergabepausen. Nach dem Nerthus Bildflash kurz davor war der Bildeindruck vom Heimdall+ ehrlicherweise weniger euphorisierend aber trotzdem sehr gut. Die Farben waren überzeugend, die Schärfe ebenfalls sehr gut aber nicht auf dem Niveau vom Nerthus mit seinem Monsterobjektiv. Laserdimming/Dynablack wurde nicht vorgeführt. Auch hier wurden unterschiedliche Helligkeiten demonstriert. Am besten gefiel mir natürlich das hellst mögliche Bild mit 135 Nits auf immerhin 450 cm Bildbreite. Einen RBE habe ich überhaupt nicht registriert. Insgesamt hätte ich mir eine weitere Sichtung idealerweise auch mit bekannten Szenen gewünscht, aber ich musste dann leider wieder aufbrechen.


    Interessant wäre für mich die Performance des finalen Heimdalls auf einer deutlich kleineren Leinwand mit dann resultierenden Helligkeiten >200 Nits zu erleben. Und vielleicht schaue ich mir nochmal irgendwann den i600 an... :zwinker2:

    Okay, also hast Du eine bedämpfende Lösung im Angebot für Deine Barco Kunden, die das Betriebsgeräusch subjektiv deutlich reduzieren ohne die Belüftung des Geräts einzuschränken? Das kann man sich dann nur bei Dir vor Ort vorführen lassen?


    Kannst Du bitte noch auf Deine Anmerkung eingehen, dass der i600 keine aktiv belüftete Hushbox benötigt? Gibt es dazu eine offizielle Freigabe seitens Barco? Ich würde eher befürchten, dass eine bedämpfte Hushbox ohne jegliche aktive Luft Zu- und Abführung hinderlich für die Belüftung und Wärmeabtransport des i600 wäre und damit die zu erwartende Lebensdauer einschränkt. Stelle ich mir im Garantiefall durchaus problematisch vor.

    Was denn für eine immense Abwärme? Der i600 zieht gerade einmal 640W aus der Steckdose. :think:

    Und viel lauter als der NZ900 ist er jetzt auch nicht unbedingt. Störend überm Kopf sind beide. Wenn man ungestört "A quiet Place" schauen will benötigen beide eine Hushbox. Aber die für den i600 kann viel simpler ausfallen und benötigt nicht mal eine aktive Belüftung.

    Wie effektiv eine intelligente Bedämpfung mit minimalstem Aufwand aussieht habe ich ja beim Bragi gezeigt. Da dachten alle der läuft im Silentmode.

    Kannst Du bitte mal näher erläutern warum eine Hushbox für den i600 ohne aktive Belüftung auskommen würde? Danke.


    Hast Du die beschriebene effektive intelligente Bedämpfung beim Bragi hier irgendwo detailliert beschrieben? Das würde mich ebenfalls genauer interessieren. Meinst Du die Anordnung von Absorbern in der Nähe des Projektors?

    Doch das kommt mir vertraut vor. Öffne mal die Harmony Software auf deinem PC, schließe die Fernbedienung per USB an und versuche mal die Einstellungen wie gezeigt im AVS-Forum nachzustellen. So habe ich das auch gemacht. Wichtig sind die 5sec für die Info-Taste der Trinnov zum Ausschalten.

    Du musst Sicherstellen, dass durch die Harmony die Infotaste auch über 5 sec lang ausgelöst wird. Dies lässt sich dort einstellen. Ich kann aber momentan leider nicht bei mir direkt nachsehen.

    Ist beim i600 die Option einer vertikalen Wandmontage mit Umlenkspiegel vorgesehen? Der Luftauslass hinten ist für die Konstruktion einer Hushbox aber wohl eher suboptimal.

    So sehe ich das auch. Wenn man 4096 die gewünschte Zielauflösung ist und sowieso korrigiert wird, dann würde ich das auch so ausgeben lassen. Der Envy macht hier sicherlich die bessere Skalierung.

    Nochmal dazu eine Frage: Bei eingestellter Display-Auflösung im Envy von 4096 wie vorgeschlagen lasse ich dann die Aspect-Einstellung im JVC weiterhin auf Auto wie bisher oder wechsele zu Zoom um die volle Panelnutzung beim JVC sicherzustellen?

    Ich hab zwar keinen Envy, aber da arbeitet ein PC nicht anders:

    Wenn beim PC eine Ausgangsauflösung von 4096px eingestellt wird, dann wird das ganze Bild interpoliert.

    JVC rechnet nicht das ganze Bild um, sondern verdoppelt jede 15. Pixelzeile und Spalte. Deshalb geht keine Schärfe verloren.


    Diese Diskussion gibts seit der ersten N-Generation, beide Optionen haben ihre Anhänger.


    Aber MadVR auf dem PC oder der Envy gibt bei einer eingestellten Auflösung von 4096x2160 dann doch auch das Bild in genau dieser Auflösung an den JVC weiter. Da dies dann auch exakt der Auflösung der JVC-Panels entspricht sollte doch im JVC gar keine Interpolation mehr stattfinden.


    In der Datei mit den JVC spezifischen Empfehlungen von MadVR Labs zur Envy-Einrichtung ist ein Screenshot mit der eingestellten Auflösung von 3840x2160 beim Envy enthalten. Ein Hinweis dazu ist im Text allerdings nicht enthalten. Aktuell kann ich die Datei nicht aufrufen und hier verlinken.


    Ich habe gestern aufwendig ein Feintuning meiner Einstellungen im Envy inklusive Geometriekorrektur durchgeführt und musste danach leider feststellen, dass die eingestellte Auflösung im Envy völlig falsch war. Nach Korrektur waren die Einstellungen der Geometriekorrektur dann leider wieder gelöscht. Bevor ich mich heute Abend erneut daran setze wollte ich die Frage der vermeintlichen besten Einstellung bzw. Erfahrungen in Kombination mit JVC NZ9 hier mal abfragen.